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S/360 ArtikelSystem/360 oder kurz S/360 genannt eine Großrechnerarchitektur der Firma IBM aus dem Jahre 1964.
Die wichtigsten Designkriterien waren:
- General Purpose. Vor der S/360 waren Computer entweder für kaufmännische oder für naturwissenschaftlich-technische Zwecke optimiert.
- 8-Bit Zeichengröße. In dem Gegensatz zu zeitgenössischen Architekturen, welche mit 6-Bit Einheiten arbeiteten wurden Bytes zu 8 Bits benutzt.
- 32- oder 64-Bit Floating Point Worte mit hexadezimaler Basis.
- Vorzeichen bei Ganzzahlwerten ist 1 Bit
- Dezimalzahlen (gepackte Speicherung) können variable Längen von 1 bis 31 Stellen haben. In einigen "Hochsprachen" wie zu dem Beispiel RPG_(Programmiersprache) ca. 15 Stellen. Jede Ziffer belegt dabei ein halbes Byte (4 Bit, Binär codierte Dezimalzahlen), das Vorzeichen belegt in dem letzten Byte die letzten 4 Bits: "C" (1100) und "F" (1111) waren die positiven Vorzeichen, "D" (1101) das negative Vorzeichen. Alle anderen Kombinationen waren ungültige Vorzeichen. Die Position des Kommas muß man aufgrund der Operanden beim Programmieren ermitteln.
(Hoffentlich kommt nicht wieder ein Unwissender und meint "A" (1010), "B" (1011) und "E" (1110) wären auch gültig gewesen. Dem war nicht so! Weder bei S/360, S/370, 43xx noch S/390.)
- Variabel lange Zeichenketten haben ein Längenfeld und werden nicht mit einem Spezialzeichen abgeschlossen.
- EBCDIC statt ASCII Code wegen der einfacheren Umsetzung aus Lochkartencode.
- Verzicht auf einen Stack. Dies macht Linkage Konventionen erforderlich, da bei Unterprogrammaufrufen der Status gesichert werden muss.
- Grundsätzlich indizierte Adressierung unter Verwendung eines Basisregisters . Programme sind so grundsätzlich unabhängig von physischen Adressen.
- Binäre Adressierung
- Alle Register sind Universalregister, die sowohl als Akkumulatoren als auch zur Adressierung (Ausnahme Register 0) benutzt werden können. Ratsam ist allerdings als Basisregister (Adressierung) ca. die Register ab Nr. 3 (bis max. 8) zu benutzen. Register 1 und 2 werden von bestimmten Befehlen (z.Bsp. TRT) zwangsweise benutzt. Die Register 12 bis 15 werden für den Aufruf von Unterprogrammen benutzt und einige benötigt man auch noch für andere Zwecke. Ein Register reicht gerade um einen Speicherbereich von 4096 Bytes (4k Bytes) zu adressieren. In den Maschinenbefehlen stehen für eine Speicheradresse ca. 2 Bytes zur Verfügung, 4 Bits für die Registernummer und 12 Bits für das Displacement.
- Die Universalregister sind 32 Bit breit, zur Adressierung werden die rechten 24 Bit benutzt, was einen Adressraum von 16 Megabyte ermöglicht. Bei den Befehlen "BAL" und "BALR" (Branch and Link) wird die Rücksprungadresse in ein Register gespeichert, dabei wird in den linken 4 Bits des Registers der Condition-Code gerettet. Aufgrund dieser Besonderheiten war es bei den Nachfolgesystemen nicht so einfach möglich, den Adressraum über die 16 MB hinaus zu erweitern.
Die S/360 - Architektur wurde in dem Laufe der letzten vierzig Jahre kontinuierlich weiter entwickelt und gipfelt zur Zeit in der Architektur der zSeries.
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Mit dem System/360 erschienen drei Betriebssysteme, TOS/360 für Installationen ohne Harddisks, DOS/360 für kleinere und OS/360 für größere Installationen mit Disks. OS/360 ist der Vorläufer des aktuellen z/OS.
Eine Besonderheit stellte das System 360/20 dar. Es war ursprünglich als reine Lochkartenanlage konzipiert (Ablösung von Tabelliermaschinen) und hatte ca. einen eingeschränkten Instruktionssatz (Maschinenbefehle).
Die Registerbreite betrug 16 bit bei 8 statt 16 Registern.
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